Coaching Creatio – Coaching in Berlin

Wege, um den eigenen freien Willen zu erweitern

Das Wichtigste zuerst: Haben wir Menschen überhaupt einen freien Willen? Ja und Nein. Erstmal zur schlechten Nachricht: Wenn wir einen freien Willen hätten, würden wir uns dann entscheiden uns wütend, traurig, ausgeliefert oder neidisch zu fühlen? Würden wir uns bewusst dafür entscheiden, dass wir Glück und Liebe nicht wert sind? Wohl kaum. Stattdessen ist es ein Zeichen dafür, dass wir in solch einer Verfassung nicht die Macht der freien Wahl haben.

Nun zur guten Nachricht. Wir haben sehr wohl einen freien Willen, allerdings nur in der Größe eines Samenkorns, da das Samenkorn unseres freien Willens den gleichen Prozess durchmachen muss, wie jedes echte Samenkorn das in die Erde gelegt wird um zu wachsen. Und hier fangen Dilemma und Schönheit des Lebens an, denn hinter dieser Frage verbergen sich genauso viele Geheimnisse wie hinter der Frage, weshalb sich Quanten (Elementarteilchen) in der Quantenmechanik so spukhaft und haarsträubend verhalten, dass sie die Grenzen unserer gewohnten Logik völlig sprengen.

Quanten und der freie Wille

Der Physiker Max Born schrieb einst ratlos an Albert Einstein: „Die Quanten sind doch eine hoffnungslose Schweinerei.“ Das Gleiche könnte man auch über den freien Willen des Menschen sagen, solange einem der freie Wille ein Mysterium bleibt. Doch wir wollen hier und jetzt hinter den „Schleier der Isis“ blicken, denn die Antworten dieser Frage ermöglichen erst ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Leben.

Die zwei Säulen des Universums

Wenn man die Gesetze des Universums beobachtet, kristallisieren sich zwei Säulen, also zwei Grundgesetze heraus, auf die das Universum aufgebaut ist und innerhalb derer sich die Menschheit bewegt und weiterentwickelt. Die erste Säule stellt die notwendigen Bedingungen dar, wie beispielsweise das Gesetz der Schwerkraft, das Gesetz der Lichtgeschwindigkeit etc. und die zweite Säule ist durch das freie Wille Gesetz verankert, welches Wandlung erst ermöglicht. Also konkret, dass ein Mensch dann frei handeln kann, wenn er eine Handlung will und auch anders handeln könnte, wenn er anders handeln wollte.

Die Notwendigkeit der Bedingungen

Das Gesetz der Bedingungen ist notwendig, damit unsere Welt nicht im Chaos versinkt, und das Gesetz des freien Willens ist erforderlich, damit kontinuierliche Wandlung stattfindet, denn wo keine Wandlung geschieht, treten Erstarrung und Stagnation als Konsequenz ein. Solch ein fester Rahmen stellt beispielsweise Tag und Nacht, die Jahreszeiten und die Elemente dar. Sie sind unverrückbar und bilden einen festen Rahmen für unser Leben. Gäbe es diesen Rahmen nicht, sondern nur den freien Willen, so würde unsere Welt in jeder Sekunde anders aussehen und Sonnen und Planeten würden haltlos durch das Weltall rasen. Doch wo beginnt das eine Gesetz und wo hört das andere auf? Und was ist dafür verantwortlich, dass eine Lebensform einen breiteren Denk- und Handlungsraum hat als eine andere Lebensform? Der Bewusstseinsstand!!

Weshalb ein Löwe kein Vegetarier werden kann

Lassen Sie uns das genauer betrachten. Ein Löwe beispielsweise ist dazu bestimmt Fleisch zu essen. Er muss Fleisch essen und hat nicht die Wahlmöglichkeit auf Pflanzenkost umzusteigen. Einem inneren Gesetz zufolge muss er so handeln und hat nicht die freie Wahl anders zu handeln. Daher sind seine Handlungen stark vom ersten Gesetz (den gestellten Bedingungen) bestimmt. Der Löwe hat durchaus einen freien Willen, wie beispielsweise die Bewegungsfreiheit etc., allerdings ist sein Verhalten in vielerlei Hinsicht von seinen Trieben determiniert und er hat nicht die Wahl über seine Nahrung oder die Paarungszeit zu bestimmen. Wie sieht es nun beim Menschen aus?

Beim Menschen ist das Bestimmungs-Gesetz schon lockerer und er hat sehr wohl die Wahl Fleisch zu essen oder Vegetarier zu werden. Doch da sein freier Wille einen Reifungsprozess durchmachen muss um wachsen zu können, und die menschliche Psyche generell ein immens komplexes System darstellt, ist es nicht so einfach (untertrieben gesagt).

Die Prägungen in der Kindheit – ein verzerrter Spiegel

Wenn Kinder heranwachsen, sind sie umgeben von einer Außenwelt (Eltern, Verwandte, Bekannte, Lehrer, Gesellschaft, Medien etc.) die buchstäblich Schlange steht um den Kindern zu erzählen, wie die Welt ist und wie sie selbst zu sein haben. Und weil Kinder auf Glaubenssysteme ihrer Umgebung absolut angewiesen sind, um ein Bewusstsein von sich selbst und der Welt zu entwickeln, sind sie schlichtweg davon abhängig, was andere Menschen ihnen erzählen und vorleben.

Kinder brauchen einen klaren Spiegel, um zu erkennen, wer oder was sie sind. Doch ihre Umgebung kann ihnen nur einen verzerrten Spiegel bieten, also übernehmen sie die verzerrten Bilder und Glaubenssätze, die andere für sie erschaffen, modifizieren diese je nach Möglichkeit und erhalten dadurch ein Selbstbild, dass sich vor allem durch die Projektion anderer auf sie zusammensetzt.

„Ich bin intelligent, ich bin dumm, ich bin schön, ich bin hässlich.“, sind keine Wahrheiten, sondern lediglich Konzepte, die sie meistens von ihrer Umgebung übernommen haben – unbewusst und damit erstmal nicht mehr zugänglich. Wenn Kinder dann jahrelang bemüht waren, anderen Menschen zu gefallen und ihren Vorstellungen zu entsprechen, dann weitere Jahre rebelliert und versucht haben herauszufinden, wer sie wirklich sind, spüren sie als Erwachsene irgendwann im Inneren, dass es da etwas gibt, dass sich danach sehnt frei zu sein.

Eingeschränkte Freiheit

Im besten Falle tun sie alles Erdenkliche, um diese innere Freiheit zu erreichen und erreichen sie. Im schlimmsten Fall geben sie irgendwann auf und akzeptieren die Bilder anderer Menschen darüber, wer und wie sie sind. Und im schmerzhaftesten Fall bleiben sie in einem Zwischenzustand – den inneren Schrei nach Freiheit permanent hörend, doch nur schwache Versuche machend, diese Freiheit zu erreichen.
Diese Verfassung stellt einen Bewusstseinszustand dar, der vom freien Willen sehr weit entfernt ist. Tatsächlich bedeutet er, an Händen und Füßen geknebelt zu sein. Ein inneres Gefängnis, gezimmert aus Informationen, die wir von unserer Außenwelt erhalten und mehr oder weniger akzeptiert haben.

Bewusste Entscheidung den freien Willen zum Wachsen zu bringen

Diese Art der Erziehung durchleben alle Menschen und es ist unmöglich in dieser Welt aufzuwachsen und geistig nicht kreuz und quer geknebelt zu werden. Der Unterschied ist lediglich der Grad der Knebelung. Betrachtet man die ganze Sache völlig unbeschönigt, besteht in solch einem Zustand kein allzu großer Unterschied zwischen dem Löwen, der von der Natur aus gezwungen ist auf eine bestimmte Weise zu handeln und Menschen, denen von außen beigebracht wurde, dass sie nicht gut genug oder schlecht oder ohnmächtig etc. sind. Tatsache ist, solange der Mensch sich dieser Prozesse nicht bewusst ist, lebt er in einer Illusion, die er als Wahrheit interpretiert und ihn dadurch zu schmerzhaften Konsequenzen führt.

In dem Moment allerdings, in welchem wir den faulen Zauber erkennen, dass das Bild, welches wir von uns selbst und der Welt haben, verzerrte Vorstellungen sind, die wir von anderen übernommen haben, und uns schließlich mit unserem bisschen übrig gebliebenen freien Willen dafür entscheiden uns davon zu befreien, ist der Zeitpunkt gekommen, in welchem unser freier Wille wirklich einsetzt und zu wachsen beginnt.

Die ermutigende Botschaft der Quanten

Der Mensch muss nicht ein Mensch bleiben, der sich als nicht gut genug, nicht liebenswert genug empfindet oder, der sich jede Existenzberechtigung abspricht. Und hier kommen nun wieder die Quanten aus der Quantenmechanik ins Spiel, die ganz klar in der Physik beweisen, alles ist möglich – absolut alles! Ganz egal, wie haarsträubend es uns erscheinen mag, die Quanten sagen: „Seht her, alles ist möglich. Wenn es uns möglich ist, dann auch euch, denn wir sind die Bausteine des Universums, wir sind die Bausteine, aus denen ihr besteht.“

Wir sind, was wir denken zu sein

Bis zu diesem Zeitpunkt haben andere Menschen Ihnen gesagt, wer Sie sind und wer Sie nicht sind und Sie haben es mehr oder weniger geglaubt, mit all den negativen Konsequenzen. Und weil Sie es geglaubt haben, ist es für Sie Realität geworden. Doch nun ist der Zeitpunkt gekommen, Sie spüren es vielleicht, an dem Sie all die negativen Überzeugungen loslassen und stattdessen Ihre eigenen förderlichen Überzeugungen festlegen können.

Die Notwendigkeit negative Überzeugungen durch positive zu ersetzen

Die menschliche Psyche ist so veranlagt, dass negative Glaubenssätze nur dann ihre Macht über uns verlieren, wenn wir sie erkennen und durch positive Überzeugungen ersetzen. Es liegen Welten zwischen der Überzeugung „Ich bin hilflos!“ und der Überzeugung „Ich gestalte mein Leben nach meinen Wünschen!“. Umso wichtiger ist es, von dem einen Glaubenssatz zum anderen zu kommen.
Und hier zeigen sich auch wieder die zwei Grundgesetze des Universums. So wie wir beispielsweise das Gesetz der Schwerkraft brauchen, um dadurch Halt zu finden, so brauchen wir positive Überzeugungen als Richtschnur für unser Leben, die unsere erste Säule darstellt. Und gleichzeitig brauchen wir auch das freie Wille Gesetz, damit wir stets in Wandlung bleiben, nicht starr an alten Konzepten festhalten, wie wertvoll diese für eine bestimmte Phase auch waren, um immer wieder unsere Überzeugungen flexibel an unsere Entwicklung anzupassen.

Das innere Gesetzbuch, der Richter und das Opfer

Der Autor Don Miguel Ruiz hat sehr treffend in seinem Buch „Leben mit den vier Versprechen“ zusammengefasst, dass alle unsere abgespeicherten Überzeugungen ein Gesetzbuch in unserem Inneren darstellen und wir unbewusst jede Situation in unserem Leben, nach den Regeln dieses inneren Gesetzbuches bewerten. Dabei sind der Richter und das Opfer in unserem Inneren die Hauptakteure. Der Richter be- und verurteilt alles und jeden und verwendet dafür unser inneres, ganz persönliches Gesetzbuch. Und der andere Teil in uns, der Bestrafung oder Belohnung empfängt, ist das innere Opfer. Ein perfekt durchorganisiertes Team, das für eine innere Tyrannen-Herrschaft sorgt.

Folgende Fragen von Don Miguel Ruiz sind eine sehr effiziente Möglichkeit sich von alten Überzeugungen zu befreien. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen öffnen Türen zu unterbewusst abgespeicherten Glaubenssätzen.

  • Listen Sie alle Überzeugungen auf, die Ihnen einfallen, in Bezug auf Ihr inneres Gesetzbuch zu unten genannten Themenpunkten. Was ist gut oder schlecht, richtig oder falsch im Hinblick auf …
    – Familie, Freunde und Bekannte?
    – Kindheit und Schulzeit?
    – Belohnung und Bestrafung?
    – Arbeit, Karriere und Geld?
    – Weiblichkeit und Männlichkeit?
    – Erfolg und Niederlage?
    – Gesellschaft im allgemeinen?
    – mein Körper, mein Selbst und mein Wert?
    – leben, sterben und Gott?
  • Listen Sie alle Überzeugungen auf, die Ihnen einfallen, in Bezug auf Ihren inneren Richter zu folgenden Themenpunkten:
    – Wie beurteilen Sie sich selbst?
    – Wie beurteilen Sie andere (Menschen die sie kennen und Fremde)?
    – Wie bestrafen Sie sich selbst und andere?
    – Wie belohnen Sie sich selbst und andere?
    – Welche Eigenschaften hat Ihr innerer Richter?
    – Inwieweit stellen die Medien ein Richter für Sie da?
  • Listen Sie alle Überzeugungen auf, die Ihnen einfallen, in Bezug auf Ihr inneres Opfer zu folgenden Themenpunkten:
    – Wann bemitleiden Sie sich selbst?
    – Was weckt Schuldgefühle in Ihnen?
    – Was ruft Schamgefühle in Ihnen hervor?
    – Wann fühlen Sie sich wertlos und nicht würdig geliebt zu werden?
    – Was gibt Ihnen das Gefühl ein ohnmächtiges Opfer zu sein?
    – Wann fühlen Sie sich verstoßen, betrogen oder hintergangen?
    – Wann spüren Sie Traurigkeit oder Reue?
    – Wann machen Medien Sie zum Opfer?
    – Welche Eigenschaften hat Ihr inneres Opfer?

Jedes Mal, wenn Sie sich eine Überzeugung bewusstmachen und Ihr inneres Gesetzbuch brechen, in dem Sie die negativen Regeln nicht mehr anerkennen, wächst das Samenkorn Ihres freien Willens. Und mit dieser zunehmenden Kraft können Sie nun bewusst und selbstbestimmt die positiven Glaubenssätze festlegen, die Sie in Ihrem Leben haben wollen.

Sie entscheiden bewusst, was Sie glauben wollen und was nicht, und was und wem Sie Aufmerksamkeit schenken oder nicht schenken. So wie bisher die negativen Überzeugungen Ihr Leben gestaltet haben, werden dann Ihre positiven Glaubenssätze Ihr Leben formen.

Natürlich gibt es noch zahllos weitere „Schleier der Isis“ die gelüftet werden müssen, damit unser freier Wille mehr und mehr wachsen kann, doch ein Glaubenssatz der sehr machtvoll ist um einen Schleier nach dem anderen fallen zu lassen, ist die Botschaft der Quanten: „Alles ist möglich!“
Doch das Schöne ist, nachdem Sie die oben genannte Übung gemacht haben, ist es nun wirklich Ihr freier Wille, ob Sie diese Überzeugung annehmen und sie dadurch in Ihrem Leben wirksam werden kann.

Comment 1

  1. Kaylan
    25. November 2016

    Deep thinking – adds a new dionisemn to it all.

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